Mundgeruch durch Rauchen
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Ursachen von Mundgeruch

Viele Betroffene wissen meist ziemlich genau, warum sie Mundgeruch haben. Wer Knoblauch gegessen hat, Bier oder zu viel Kaffee trinkt, hält sich in der Kommunikation mit anderen oft zurück. Die Fahne verfliegt meist nach ein paar Stunden.

Sollte trotz sorgfältiger Pflege der Zähne und des Mund- bzw. Rachenraum trotzdem häufig Mundgeruch entstehen, ist das kein gutes Zeichen. Betroffene sollten sich dann mit diesem Problem auseinandersetzen – um ihrer selbst und den Mitmenschen zuliebe. Falls Mundgeruch plötzlich und unerwartet auftritt oder sich nach einiger Zeit als Dauerproblem festigt, sollten Betroffene immer zum Hausarzt gehen oder einen Zahnarztbesuch vereinbaren. Schnelle Ursachenforschung ist hilfreich, um das Problem so effektiv wie möglich zu beseitigen.

Die häufigsten Ursachen für Mundgeruch auf einen Blick:

  • Bakterien und Mikroorganismen können für schlechten Geruch im Mund verantwortlich sein
  • Trockene Mundschleimhäute begünstigen die Entstehung von Mundgeruch
  • Eine Begleiterscheinung von Diabetes kann schlechter Atem sein
  • Knoblauch, Zwiebeln und andere stark riechende Lebensmittel verstärken schlechten Atem
  • Der Verzehr von Milchprodukten kann Mundgeruch bedingen

Inhaltsverzeichnis

Bakterien als Ursache von Mundgeruch

Bakterien im Mund- und Rachenraum sind oft Verursacher für Mundgeruch. Bildquelle: Maxx-Studio / Shutterstock.com

Wenn es um den Mundgeruch geht, dann sind Bakterien im Mund- und Rachenraum oft Schuld daran. Wer jedoch über einen guten Speichelfluss verfügt, der spült die Bakterien quasi weg.

Auf unseren Schleimhäuten, auf den Zähnen und der Zunge befinden sich Millionen von Bakterien sowie andere Mikroorganismen. In unserem Mund ist das Milieu warm und feucht – das sind quasi perfekte Lebensbedingungen für sie.

  • Zwischen den Zähnen,
  • in Zahntaschen und
  • an anderen versteckten Plätzen

gedeihen Fäulnisbakterien sehr gut. Ihre Aufgabe ist es, Essensreste zu zersetzen und auch die körpereigenen absterbenden Zellen im Mundraum und im Speichel zu bekämpfen. Sie machen eine gute Arbeit und zu riechen ist das an den flüchtigen Schwefelverbindungen, die während des Zersetzungsprozesses entstehen. Betroffene  nehmen diesen Geruch als faulig wahr. Beim Zersetzen von manchen Speisen entwickelt sich der Fäulnisgeruch stärker. Dazu gehören insbesondere Nahrungsmittel, die reich an Fetten und Eiweißen sind.

Die Bakterien und Mikroorganismen produzieren jedoch nicht nur die flüchtigen Schwefelverbindungen. Vorhandene Fettsäuren und anfallende Zellstoffwechselprodukte nehmen ebenfalls Einfluss auf den Geruch des Atems. Wenn Nahrungsteilchen zum Beispiel zwischen den Zähnen verbleiben und der Fäulnisprozess weiter fortschreitet, können weitere übelriechende Gase freigesetzt werden. Verletzungen im Mund und auch frisches Blut, das sich aus einer Zahnfleischreizung ergießt, tragen zu dem übelriechenden Fäulniscocktail im Mund bei.

Die Spucke transportiert schlechte Gerüche ab

Speichel nimmt die Keime auf und schwemmt diese zusammen mit den Zellpartikeln und Essensresten die Kehle hinunter. Dieser Vorgang ist eine permanente Reinigung. Der Schluckreflex sorgt dafür, dass beim Reden, Schlafen und in jeder anderen Situation mehr oder weniger Speichel produziert und automatisch heruntergeschluckt wird.

Zusätzlich zu den Übeltätern im Speichel finden sich in ihm Abwehrstoffe. Diese helfen dabei, dass Entzündungen und Wunden im Mund- und Rachenraum schneller wieder verheilen. Die Spucke hält die Mundhöhle feucht, was auch zum gut artikulierten Sprechen unabdingbar ist.

Der Speichel legt sich wie ein schützender Film über die Zähne und wehrt aggressive Bakterien ab, die zusammen mit dem Missetäter Zucker Karies verursachen. Zwischen einem halben und eineinhalb Liter Speichel produziert jeder Mensch pro Tag. Die Produktion erfolgt in den Speicheldrüsen und damit diese gut arbeiten, müssen sie ausreichend durchblutet sein. Mangelt es an der Durchblutung, reduziert sich der Speichelfluss. In der Folge wird die permanente Reinigung des Mundraumes beschränkt. Keime haben eine Chance, sich auszubreiten.

Wenn ein Patient zum Beispiel Medikamente einnimmt, die das vegetative Nervensystem beeinflussen, das auch für die Produktion von Spucke verantwortlich ist, dann kann es ebenfalls zu Mundtrockenheit kommen, die den schlechten Mundgeruch begünstigt.

Trockener Mund als Ursache für Mundgeruch

Trockener Mund
Spucke führt dazu, dass Bakterien aus dem Mund abgeführt und die Mundhöhle gereinigt wird. Zu wenig Spucke führt dazu, dass Bakterien überhandnehmen und so Mundgeruch entstehen kann.
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Wenn eine ausreichende Menge Spucke dazu führt, dass Bakterien aus dem Mund abgeführt und die Mundhöhle gereinigt wird, führt ein trockener Mund in der Konsequenz dazu, dass Bakterien überhandnehmen können. Gleichzeitig fehlt den Zähnen der schützende Speichelfilm, so dass Karies ideale Angriffsflächen finden kann. Kommt Speichel mit Luft in Kontakt, geht dieser eine chemische Verbindung ein. In der Folge wird die Zahnsteinbildung begünstigt.

Schlechter Atem am Morgen ist normal

Unter diesem Blickwinkel betrachtet ist es auch verständlich, dass viele Menschen morgens einen schlechten Atem haben. Das kommt daher, dass der Körper nachts die Speichelproduktion stark reduziert. Auch Schnarcher wissen, wie trocken ihr Mund am Morgen ist. Sie haben ebenfalls oft einen schlechteren Atem. Wird aus Altersgründen die Produktion der Spucke heruntergefahren und kommt außerdem hinzu, dass zu wenig getrunken wird – ein Problem vieler älterer Menschen –, kann sich der Mundgeruch noch besser festsetzen.

Eine Hauptursache von schlechtem Atem ist also der Mangel an Flüssigkeit. Doch auch wer Hunger hat, wird sich des veränderten Geschmacks im Mund bewusst. Wenn der Körper nämlich nicht genügend Nahrung bekommt, also ein Hungergefühl entwickelt, greift er erst einmal auf die körpereigenen Fette und Eiweiße zu. Bei diesem Prozess bildet sich das Abbauprodukt Azeton, das zusätzlich den schlechten Atem ankurbelt. In Fachkreisen spricht man auch vom Hungerazeton. Es verschwindet, sobald der Betroffene wieder normal isst.

Diabetes und Mundgeruch

Diabetes und Mundgeruch
Auch Diabetes Patienten haben oft einen leicht süßlichen Geruch von Azeton im Mund, der von anderen als unangenehm empfunden werden kann.
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Der leicht süßliche Geruch von Azeton entsteht auch bei Diabetes. Ein Merkmal der Diabetes ist, dass das Blut einen Mangel an Insulin aufweist, dafür aber vermehrt Fettsäuren anlagert. Normalerweise wird das Abbauprodukt der Fettsäuren (Azeton) über den Urin abgegeben. Ist die Konzentration erhöht, reicht die Ausscheidung über den Urin nicht mehr. Das vermehrt vorhandene Azeton macht sich das über den Mundgeruch bemerkbar. Das ist ein Zeichen für eine schwere Stoffwechselstörung wie Diabetes und sollte Betroffene dazu veranlassen, einen Arzt aufzusuchen.

In Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Mundgeruch und Diabetes hingewiesen. [2]

Verzehr von Knoblauch und Zwiebeln als Ursache von Mundgruch

Knoblauch und Zwiebeln verursachen Mundgeruch
Knoblauch und Zwiebeln führen bei regelmäßigem Verzehr ebenfalls zu Mundgeruch.
Bildquelle: Antonova Ganna / Shutterstock.com
Der Verzehr von Knoblauch und Zwiebeln führt dazu, dass die Lebensmittel im Körper ihre spezifischen Gerüche freisetzen. Zum einen lagern sie sich in der Mundschleimhaut an und zum anderen werden sie verstoffwechselt. Über das Blut kommen sie zusätzlich zurück und reichern sich in der Atemluft an. Darüber hinaus entweichen die Gerüche über die Haut. Knoblauch und Zwiebeln führen bei übermäßigem Verzehr ebenfalls zu Mundgeruch.

Rauchen als Ursache für Mundgeruch

Rauchen und Mundgeruch
Rauchen verursacht Mundgeruch gleich durch mehrere Konsequenzen. Bildquelle: 71 / Shutterstock.com
Raucher starten an mehreren Fronten einen Angriff auf den Atem. Zum einen trocknet rauchen den Mund aus. Wie bereits beschrieben wird dadurch wahrscheinlich die Bildung von Zahnbelag unterstützt. Dieser wiederum entwickelt durch die Bakterienaktivität Fäulnisgerüche.

Raucher leiden häufiger unter Zahnfleischentzündungen, die sich ebenfalls durch einen speziellen, leicht eitrigen Geruch auszeichnen. Und noch ein weiterer Faktor beeinflusst den Atem von Rauchern: Einzelne Partikel aus dem inhalierten Rauch bleiben in der Mundschleimhaut haften. Dort werden sie von Bakterien und Mikroorganismen zersetzt. Da sich Rauchen ungünstig auf die Durchblutung auswirken kann, wird der Speichelfluss weiter reduziert und der schlechte Atem kann zunehmen. [3]

Alkohol und Kaffee als Ursache für Mundgeruch

Kaffee als Ursache von Mundgeruch
Erhöhter Kaffeekonsum kann auch Mundgeruch verursachen. Bildquelle: Pixabay.com/de

Da der Verzehr von Alkohol und Kaffee ebenfalls einen Beitrag dazu leistet, dass sich Mundgeruch entwickelt, führt das Weglassen dieser beiden Komponenten in vielen Fällen dazu, dass der Mundgeruch ebenfalls verschwindet. So mancher hat schon festgestellt, dass der Verzicht auf das tägliche Glas Bier am Abend oder Glas Wein zum Mittagessen dazu führt, dass der üble Atem wie weggeblasen ist. Grund für den schlechten Atem ist, dass Alkohol sich mit dem vorhandenem Plaque verbindet und den schlechten Geruch weiter verstärkt. Jeder Atemzug befördert nun diese fauligen Ausdünstungen nach draußen.

Milch (-unverträglichkeit) als Ursache für Mundgeruch

Laktoseintolleranz als Grund für Mundgeruch
Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ebenfalls zu Mundgeruch führen. Bildquelle: PhotographyByMK / Shutterstock.com

Übrigens kann es auch sein, dass ein „Zuviel“ an Milch zu Mundgeruch führt. Falls sich Mundgeruch entwickelt, haben sich in der Mundhöhle Bakterien angesiedelt, die ohne Sauerstoff leben können.

Man nennt sie auch anaerobe Mikroorganismen. Sie zersetzen Reste und bevorzugen dabei insbesondere eiweißreiche Nahrung. Eiweiß befindet sich unter anderem auch in Milchprodukten.

Milchunverträglichkeit im Selbsttest feststellen

Anders liegt der Fall bei einer eventuell vorliegenden Milchunverträglichkeit bzw. bei weiteren Nahrungsmittelunverträglichkeiten. So mancher es sich gar nicht bewusst, dass er unter einer Unverträglichkeit leidet. Hier müssen sich Verbraucher selber beobachten und ausprobieren, ob das Weglassen von Milch und sämtlichen Milchprodukten wie Joghurt, Quark, Sahne  etc. innerhalb von 4 Wochen dazu führt, dass der Mundgeruch zurückgeht. Eine Alternative stellt ein Vergleich bei einem Hausarzt dar. Dieser kann Patienten auf verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten Vergleich.

Quellen:

[1]: Echte und psychisch bedingte Halitosis – Befunde, Diagnosen und Ergebnisse einer Mundgeruch-Sprechstunde

[2F]: Eindeutige Evidenz für Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis

[3]: Cigarette smoking and the oral microbiome in a large study of American adults

Natalie Berger

Natalie Berger ist Heilpraktikerin und nebenbei Medizin- und Gesundheitsredakteurin bei Mundgeruch-beseitigen.info. Sie verfügt über mehrere Jahre Erfahrung in der Erstellung von Artikeln im medizinischen als auch alternativ-medizinischen Umfeld. Ihre Fachgebiete sind insbesondere alternative Heilmethoden und ärztliche Weiterbildungen.